Die Zucht von Python regius
Allgemein:
Ich füttere meine Zuchtweiber wöchentlich um ihnen eine gute Substanz zu gewähren, da trächtige Weibchen zum Schluss hin das Fressen einstellen. Weibchen setze ich erst zur Zucht an wenn sie mindestens 1,5 Kilogramm haben. Die Männchen halte ich etwas schlanker, da dies sich positiv auf die Paarung auswirkt. Weiterhin achte ich peinlichst darauf, dass alle Haltungsparameter optimal und die Terrarien stets sauber sind. Ich habe schon viele Leute gesehen, die Königspythons züchten wollten, aber nicht diese Disziplin aufbrachten, was wohl mit zum Misserfolg führte. Weiterhin sollte man die Tiere außerhalb der Paarungszeit getrennt halten, um den Paarungsreiz zu stärken und gezielt züchten zu können, denn so weiß man ganz sicher, wer der Vater ist. Hierbei sollte man darauf achten, dass man das Männchen zum Weibchen setzt, anders herum kann es sein, dass das Weibchen sonst mehr mit der Erkundung des neuen Terrariums beschäftigt ist als mit der Paarung.
Geschlechtsbestimmung:
Bevor man zwei Tiere zusammen setzt, sollte man sich sicher sein, dass man Männlein und Weiblein hat. Es wäre sehr ärgerlich, wenn man feststellen muss, dass all die Anstrengungen umsonst waren, weil es zum Beispiel zwei Weibchen waren, die man zusammen gesetzt hat. Zur Geschlechtsbestimmung gibt es mehrere Methoden, da aber bei Python regius nur zwei am zutreffensten sind, werde ich auch nur diese beschreiben. Als üblichste und exakteste Methode sei hier das Sondieren genannt. Hier wird dem Tier eine Metallsonde, welche mit Gleitmittel versehen ist, in die Hemipenise/ Hemiclitoris eingeführt und die Tiefe anhand der Anzahl der Schuppen bestimmt. Bei männlichen Tieren kommt man zwischen neun und zwölf und bei weiblichen Tieren vier bis sieben Schuppen tief. Um wirklich sicher zu gehen, wiederholt man dies auf der anderen Seite. Es sollte aber auch noch erwähnt werden, dass was die Sicherheit betrifft, es auch Ausnahmen gibt. So schreibt Stefan Broghammer in seinem Buch, "dass Männchen sich so während dem Sondieren verkrampfen können, dass man nur wenige Schuppen tief eindringen kann und das Tier so für ein Weibchen hält". Sondieren sollten aber nur erfahrene Terrarianer oder reptilienkundige Tierärzte/Veterinäre, da hier ein ungeübter die Tiere sehr leicht verletzen kann. Die zweite Methode ist das Evertieren, das sogenannte „Poppen“, welches aber sehr viel Übung verlangt. Bei Jungtieren ist es die häufigste und sicherste Methode, um das Geschlecht zu bestimmen, wenn man es kann. Hier wird versucht, die Hemipenise durch Druck auf den unteren Bereich der Kloake heraus zu massieren. Diese Art der Geschlechtsbestimmung hat den Vorteil, dass man die Tiere nicht verletzen kann und es nicht so viel Stress für die Tiere ist.
Paarungsauslöser/Paarung:
Königspythons werden zur Paarung animiert, in dem man die kühlere Jahreszeit zum Ende des Jahres simuliert. Viele sprechen hier von Winterruhe, wenn man aber die Klimadaten in der Literatur oder im Internet aus dem Herkunftsland betrachtet, stellt man schnell fest, dass es keine Winterruhe ist, sondern wie oben beschrieben eine kühlere Phase. Ich simuliere diese Zeit, in dem ich ab Mitte Oktober beginne, die Temperatur langsam von tagsüber 31°C und nachts 27°C zu reduzieren, so dass ich ab Mitte November tagsüber 29°C und nachts 24°C. Die Beleuchtung reduziere ich ebenfalls um ca. ein bis zwei Stunden. Anfang November setze ich das Männchen zum Weibchen, welches auch meist innerhalb kurze Zeit mit den ersten Paarungsversuchen beginnt. Hierzu kriecht das Männchen ständig dem Weibchen hinter her und versucht es durch aufkriechen und kratzen mit den Aftersporen zur Paarung anzuregen. Hat dies funktioniert, legt er seinen Schwanz um den des Weibchen und führt seinen Hemipenis in die Hemiclitoris des Weibchens ein. In der gesamten Zeit in der das Männchen beim Weibchen zur Paarung ist, störe ich die Tiere nur auf das Notwendigste. Die Paarungen finden den ganzen Tag über statt und das über mehrere Stunden pro Paarung. Ich trennen die Tiere erst wieder zur Ovulation ( falls ich diese erkenne) oder wenn ich über mehrere Tage keine Paarung sehen konnte.

Trächtigkeit und Eiablage:
Hat das Weibchen ovuliert, also den Eisprung gehabt und sind die Eier befruchtet, wird man in der kommenden Zeit erkennen können, wie es an Umfang zulegt und immer öfter wärmere Stellen im Terrarium aufsucht. Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen können den Eiablagezeitpunkt hinauszögern oder die Eier schädigen. Nach der vierten Häutung, also die Häutung nach dem Eisprung verwende ich Vermiculite anstatt Moos in meinen Wetboxen. Kurz vor der Eiablage formt dann das Weibchen eine Mulde in das Substrat und legt dann wenige Tage später die Eier darin ab, welche sie dann zu einem Haufen formt und sich zum Schutz darum wickelt. Die Gelegegröße soll im Schnitt laut Literatur bei 6 Eiern sein, meist sind es zwischen vier und acht.
Inkubation und Schlupf:
Zur Inkubation gibt es drei Möglichkeiten:
1. Man beläst der Mutter die Eier, welche die Eier dann im normalen Terrarium bebrütet. Hier hat man aber weniger die Möglichkeit das Gelege zu kontrollieren und eventuelle Probleme zu beheben.
2. Man überführt das trächtige Weibchen kurze Zeit vor der Eiablage in ein extra Terrarium, das für diesen Zweck vorbereitet wurde. Hier kann man zwar leichter Temperaturen und Luftfeuchtigkeit zu steuern und regeln aber zwischen Halter und Eier ist immer noch die Köpydame, so dass man das Gelege nur bedingt einsehen kann.
3. Man nimmt der Mutter die Eier weg und überführt diese in einen Inkubator. Dies stellt die beste Methode dar, weil man hier jedes Ei einzeln legen kann und bei Komplikationen schnell und einfach handeln kann. Meist hat man durch die künstliche Inkubation 100% Schlupfrate. Ich wähle immer die künstliche Zeitigung, da ich diese für die beste Alternative halte. Die Inkubationsdauer hängt von der Bruttemperatur ab und liegt zwischen 50 und 100 Tagen. Ich zeitige bei 32°C und die ersten Jungtiere schlüpfen dann so am 56. Tag. Kurz vor dem Schlupf können die Eier unansehlich und unförmig aussehen, was aber durch aus normal ist. Zum Schlüpfen ritzen die Jungen die Eischale von innen mit dem Eizahn an, um eine ausreichende Öffnung zu haben. Die Jungen verbleiben meist noch einige Zeit im Ei um den restlichen Dotter aufzuzehren. Haben sie das getan, verlassen sie das Ei und man kann sie in ein Aufzuchtsbecken überführen.
Aufzucht:
Die frisch aus dem Ei gekrabbelten Jungtiere setze ich einzeln in ein Aufzuchtsbecken mit dem Maßen 40 x 35 x 25 cm. Bis sie völlig abgetrocknet sind, haben sie als Bodengrund Zeitungspapier danach Einstreu wie bei den Anderen. Die Haltungsbedingungen sind die Selben wie bei adulten Tieren, lediglich sollten mehr Kletteräste vorhanden sein. Gefüttert wird nach der ersten Häutung, welche nach der vierten oder fünften Woche stattfindet. Danach alle fünf bis sieben Tage eine Maus.